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Und was ist mit dem Rest von uns?

Wenn du den Ausdruck „Gottes auserwähltes Volk“ hörst, an wen oder was denkst du da? Wer die Geschichte der hebräischen Bibel (oder das Alte Testament) gelesen hat, kennt die Geschichte von Gott mit einem ganz bestimmten Volk: Israel.
Aus sprachlicher Sicht sind die hebräischen Schriften voll von Israels besonderem Status als Gottes auserwähltes Volk. Zum Beispiel als die Israeliten das verheißene Land betreten wollen, sagt Mose zu ihnen:

„Denn ihr seid ein heiliges Volk für den Herrn, euren Gott. Von allen Völkern der Erde gehört ihr als Volk dem Herrn, eurem Gott.“ (Deuteronomium 7,6)

Als Gott David als König einsetzt, denkt dieser über Gottes besondere Beziehung mit dem Volk Israel nach und erinnert sich an dessen Rettung aus der Sklaverei:

„Welches andere Volk auf Erden ist wie dein Volk Israel? Welches andere Volk, mein Gott, hast du aus der Sklaverei erlöst und zu deinem eigenen Volk erwählt? Du hast ihm einen Namen gemacht, als du dein Volk aus Ägypten gerettet hast. Du hast große und Furcht erregende Wunder für dein Volk vollbracht und die anderen Völker und Götter vertrieben. Du hast Israel auf ewig zu deinem Volk gemacht, und du, Herr, bist sein Gott geworden.“ (2. Samuel 7, 23-24)

Israel ist eindeutig Gottes auserwähltes Volk im Alten Testament. Aber das wirft auch viele Fragen auf. Zieht Gott Israel anderen Volksgruppen vor? Im Neuen Testament verbreitet Jesus seine Liebe auf alle Völker – bedeutet das, es gibt einen Widerspruch zwischen Jesus und Gott im Alten Testament? Oder ist Gottes Liebe für alle Nationen nur ein Plan B?
All diese Überlegungen können durch die Beantwortung einer Frage gelöst werden: Für was war Israel auserwählt? Behalten wir diese Frage im Kopf, wenn wir uns einige Schlüsselmomente in der biblischen Geschichte anschauen, in denen Gott Israel erwählt.

Gott erwählt Abrahams Familie

Schauen wir uns zuerst an, wie Gott Abrahams Familie erwählt (Genesis 12, 1-3). Gott sagt Abraham, dass er ihn zu einer ganzen Nation machen wird. Diese Nation soll gedeihen, wachsen, gutes Ansehen haben und sicher leben können (Genesis 12,2-3). Aus dieser Familie wird später das Volk Israel.

Halten wir hier einen Moment inne und fragen uns: Sagt der Autor hier, für welchen Zweck Gott Abrahams Familie erwählt hat? Die Antwort ist, ja! Der letzte Vers von Gottes Segen für Abraham besagt „Alle Völker der Erde werden durch dich gesegnet werden.“ (Genesis 12,3). Gott wählt diese eine Familie, damit sein Segen alle Familien erreicht.
Lass uns in der folgenden Geschichte nach einem Muster Ausschau halten. Erwählt Gott immer wieder eine Person, durch die andere profitieren? Falls ja, können wir daraus schließen, dass der Autor möchte, dass uns das bewusst ist.

Gott erwählt das Volk Israel

Nachdem Gott sein Volk aus Ägypten befreit hat, führt er es an den Berg Sinai, um mit ihm eine Bundesbeziehung einzugehen. Er nennt es erneut sein auserwähltes Volk. „Wenn ihr mir nun gehorcht und den Bund haltet, den ich mit euch schließen werde, sollt ihr vor allen anderen Völkern der Erde mein besonderes Eigentum sein […].“ (Exodus 19,5) Im darauffolgenden Satz offenbart Gott auch, warum er Israel auserwählt hat. Er sagt, „Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern, ein heiliges Volk sein.“ (Exodus 19,6)

Denk‘ mal über diesen wichtigen Ausdruck nach „Königreich von Priestern“. Die Rolle eines Priesters ist, zwischen zwei Parteien zu vermitteln oder ihre Beziehung wiederherzustellen. Aber wer sind in diesem Beispiel die beiden Parteien? Die einzigen anderen Charaktere in dieser Geschichte sind an diesem Punkt Gott und die Nationen. Also ist Israels Rolle, alle Nationen mit Gott wieder zusammenzuführen. Und hier sehen wir wieder: Gott erwählt einen von vielen, damit viele gesegnet werden.

Aber wie geht das von statten? Was bedeutet es, eine heilige Nation zu sein (Exodus 19,6)? Israel soll Gott repräsentieren; in dem, wie es als Gemeinschaft in Liebe lebt, in Gerechtigkeit und seiner Anbetung Gottes allein. Darum geht es in diesem Gesetz.

Israel ist nicht für die Erlösung erwählt, sondern für einen bestimmten Zweck. Es soll zeigen, wer Gott für alle Nationen ist, damit alle den einen wahren Gott kennenlernen und anbeten. Die Erlösung der Nationen war kein Plan B. Es war die ganze Zeit über Gottes Mission.
Israel ist in der perfekten Lage, um den Nationen Gott zu offenbaren. Sie haben Seine Macht und Rettung gesehen und selbst erlebt. Und trotzdem scheitert Gottes Volk immer und immer wieder an der Aufgabe, indem sie andere Götter anbeten und sich an Ungerechtigkeit und Unterdrückung beteiligen (z.B. Exodus 32, Jesaja 1-3).

Jesus ist der Auserwählte

Der Prophet Jesaja verkündet, dass Gott einen Menschen aus der Menge erheben wird – einen auserwählten Messias – der die Rolle desjenigen erfüllen wird, der den Nationen Gott offenbart. Dieser Messias wird „ein Licht für die Nationen“ (Jesaja 42,6) und die „Rettung für die ganze Welt“ (Jesaja 49,6) sein.

Als Jesus nun in Erscheinung tritt, gibt er an, der Auserwählte zu sein. Er nennt sich das „Licht der Welt“ (Johannes 8,12) und beauftragt seine Nachfolger, die gute Nachricht seiner Auferstehung von den Toten bis „an die Enden der Erde“ zu verbreiten (Apostelgeschichte 1,8).

Gott ist allumfassend in seiner Wahl

Gott erwählt also Israel und letztlich Jesus. Aber er bevorzugt nicht eine Gruppe von Menschen und schließt damit alle anderen aus. Stattdessen führt Gott seinen Plan aus, seine Liebe durch eine Gruppe oder einen Menschen über die ganze Welt auszubreiten.

Wir sehen das an Jesu Wirken und am Dienst seiner Nachfolger. Zum Beispiel eine von Jesu frühen Nachfolgerinnen war eine Samariterin, die nicht zum auserwählten Volk Israel gehörte (Johannes 4). Jesus lädt sie zu einem Gespräch ein und gibt sich ihr als der Messias zu erkennen, auf den sie und ihr Volk gewartet haben. Anschließend verkündet diese Frau die gute Nachricht von Jesus vielen Menschen (Johannes 4,39-42).

Das Neue Testament beinhaltet viele andere Geschichten von Jesus und seinen Nachfolgern, und erweitert diese Einladung an alle Menschen (z.B. Matthäus 8,8-12; 8,28-34 und 15,24-28; Lukas 17,11-19; Apostelgeschichte: 1,8; 2,1-21; 8,26-40; 9,15; 10,17-48; 13,46-48; 15,6-19; 16,1-15; 16,17; 19,8-20).

Deswegen adressiert Petrus eine gemischte Gruppe von Jesusnachfolgern in einem Brief als auserwähltes Volk, und bezeichnet sie als „eine königliche Priesterschaft, Gottes heiliges Volk, sein persönliches Eigentum“ (1. Petrus 2,9). Er sagt, dass jeder Mensch, der Gottes Gnade empfangen hat, jetzt eine besondere Rolle einnimmt als „ein lebendiges Beispiel für die Güte Gottes, denn er hat euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen.“

Wenn wir uns den frühen Jesusnachfolgern anschließen und andere Menschen in die Geschichte von Gottes Liebe für alle Menschen einladen, leben wir auch aus unserer Identität als Gottes auserwähltes Volk; diejenigen, deren besonderer Zweck schon immer die Verbreitung von Gottes umfassender Liebe für alle Menschen war.

Original von Carissa Quinn
Übersetzung von Julia Pfeifer

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